"Tiergestütztes Mentaltraining" - Der Esel als Fitness- und Mentalcoach

Gemeinsames Projekt:

Romana Fischer, Mentaltrainerin für Kinder und Jugendliche & Birgit Chalcraft, Tiergestützte Pädagogik

Die Idee

Da wir immer wieder beobachten, wie viel Spaß es selbst schwer übergewichtigen Kindern, die sich normalerweise gar nicht bewegen wollen oder können, macht, mit unseren Eseln Übungen oder kleine Spaziergänge zu machen, hatten wir den Gedanken, dass es lustig wäre und auch Sinn machen würde, über mehrere Tage Eselwandern mit Kindern oder Jugendlichen zu gehen. Wir sind am Rand des Sauwalds gelegen, wo Wanderreiten zunehmend an Beliebtheit gewinnt, sodass es schöne Wege und nette Gaststätten gibt, wo wir mit den Kindern und Eseln hinwandern und vielleicht sogar übernachten können.

Problem Übergewicht

Übergewicht führt nicht nur zu gesundheitlichen Problemen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ganz allgemein zum Verlust der Bewegungsfreude und Lebensqualität. Übergewichtige Kinder werden darüber hinaus oftmals gemobbt, fühlen sich ungeliebt, schämen sich und ziehen sich zurück.

Was sind Folgen der kindlichen Adipositas?

Körperliche Folgen

  • Erhöhtes Risiko für medizinische Erkrankungen (Herz- und Gefäßkrankheiten, Bluthochdruck, Gallen- und Nierensteine, Diabetes Typ II, orthopädische Probleme, Leberverfettung, eingeschränkte Lungenfunktion, Schlafapnoe-Syndrom)
  • Erhöhtes Risiko, auch im Erwachsenenalter an Adipositas und den damit verbundenen Folgeerscheinungen zu leiden

Psychische und soziale Probleme

  • Niedriges Selbstwertgefühl
  • Negative Einstellung zum eigenen Körper Þ erhöhtes Risiko für die Entwicklung anderer Essstörungen (Anorexia Nervosa, Bulimie, Binge Eating Disorder)
  • Soziale Vorurteile, Ablehnung, Abstempelung, Hänseleien
  • Schulische Probleme, Nachteile im beruflichen Werdegang und im Berufsleben

(Die Informationen stammen von der Schweizerischen Gesellschaft für kognitive Verhaltenstherapie.)

Der Esel als Fitnesstrainer

Esel werten nicht. Ihnen macht es nichts aus, ob Kinder dick oder dünn sind, sie nehmen uns so an, wie wir sind. Esel erwecken Neugierde, locken uns aus der Reserve, fordern uns heraus, testen unseren Willen, trösten und motivieren. Sie bringen uns zum Lachen und sind ausgezeichnete Gesprächspartner. Für alles haben sie zwei große, offene Ohren, zwei seelenvolle, tröstende Augen und ein weiches, warmes Fell. Gefühle wie Freude, Schmerz, Wut, Ärger oder Eifersucht drücken sie erkennbar aus. Beim Wandern mit Eseln erleben Kinder und Jugendliche Freude, Entspannung, Gemeinsamkeit, sie stärken ihren Selbstwert und erweitern ihre sozialen, emotionalen und motorischen Kompetenzen. Durchhaltevermögen, Konzentration und Wahrnehmung werden gefördert.

Indem die Kinder den Esel oft zum Weitergehen überreden müssen, ihm gut zureden müssen, motivieren sie sich dabei unbewusst selber. Sätze wie "Schau mal, Poldi, durch diesen Wald musst du noch durch, aber dann darfst du eine Pause machen!" helfen, selbst durchzuhalten. All das, was die Kinder dem Esel sagen, sagen sie eigentlich zu sich selbst: "Gut machst du das!" "Super, Poldi!"  "Ich bin stolz auf dich Poldi, wie du schön gehst!" "Halt noch ein wenig durch!" "Gleich hast du es geschafft!" All diese Sätze werden im aktiven Wortschatz des Kindes langfristig abgespeichert.

Wandern mit Tieren

In vielen Ländern dieser Erde ziehen auch heute noch Nomaden mit ihren Viehherden auf der Suche nach Weideflächen über das Land oder mit ihren Kamelen durch die Wüste. Schon Kinder werden als Viehhirten eingesetzt. Noch bis vor wenigen Generationen war es auch in unserem Kulturkreis üblich, Schweine, Ziegen, Schafe oder Kühe über weite Strecken auf den Markt zu treiben. Unsere Vorfahren spannten Ochsen oder Pferde vor den Pflug, Esel trugen ihre Lasten und Schweine wurden zur Eichelmast in den Wald getrieben. Unser alter Nachbar erzählte uns, wie er als Bub mit einer Kuh mehrere Kilometer zu einem anderen Bauern wandern musste, der einen Zuchtstier besaß. Auch der Almauf- und abtrieb ist heute noch genauso Teil der bäuerlichen Kultur in den Alpen wie eh und je. Wanderungen mit Tieren sind daher keine moderne Erfindung zu therapeutischen oder pädagogischen Zwecken, sondern gehörten immer schon zum Alltag dazu.

Auf der von uns geplanten Wanderung werden die Kinder mit Schrittzählern ausgestattet, da es spannend und motivierend ist, zu sehen, wie viele Schritte bzw. Kilometer sie schaffen. Aus dem Pedometer lässt sich auch der Kalorienverbrauch ablesen. Am Ende der Wanderung gibt es für jedes Kind eine Urkunde, in der die erreichte Schrittzahl – neben anderen erreichten Erfolgen, auf die die Kinder stolz sein können - festgehalten ist.

Ziele

Bewegung an der freien Natur, aktive Entspannung, Gemeinschaft und Gemeinsamkeit erleben, Wahrnehmungsvielfalt fördern, Gefühlsausdruck aktivieren, Kreativität und Selbständigkeit fördern, Freude, Spaß, Neues erfahren, ... Fokus weg vom Essen hin zum Erleben. Die Kinder erfahren, dass das Leben viele Abenteuer für sie bereit hält. Nicht eine Modelfigur wird als Ziel angestrebt, sondern ein Körper, mit dem man sich wohlfühlt und der Bewegungsfreiheit, Gesundheit und Wohlbefinden ermöglicht.

Betreuung

Da Übergewicht nicht nur von Bewegungsmangel und Schokolade kommt, ist es uns wichtig, auch andere Faktoren behutsam zu berücksichtigen und den Kindern ganzheitlich Unterstützung anzubieten. Spiel und Spaß stehen im Vordergrund und kompetente Betreuer werden die Wanderung begleiten:

Birgit Chalcraft, Fachkraft für tiergestützte Therapie, Pädagogik und Soziale Arbeit

Romana Fischer, Mentaltrainerin für Kinder und Jugendliche

Edith Renauer, Pflegefachkraft

Michaela Schauer, Energetikerin (Lomi-lomi-nui-Massage, Holistic Pulsing, TCM Energieausgleich)

Um telefonische Anmeldung wird gebeten: 0664/73411515

Weitere Info findet ihr auf der Website von Mentaltrainerin Romana Fischer: www.kindermental.at